Ingenieure von Mercedes-AMG HPP von der Royal Academy of Engineering für ihren Einsatz im Kampf gegen COVID-19 ausgezeichnet

Die Royal Academy of Engineering hat das Team hinter der UCL Ventura CPAP Atemhilfe mit dem Sonderpreis des Präsidenten für Dienste während der Pandemie ausgezeichnet

  • Sonderpreis des Präsidenten für Dienste während der Pandemie ausgezeichnet Ingenieure von Mercedes-AMG - Bild: Mercedes BenzDas UCL Ventura Projekt ist einer von 19 Preisträgern dieser Sonderauszeichnung. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP), dem University College London (UCL) und dem Lehrkrankenhaus der UCL (UCLH).
  • Das Team analysierte, produzierte und lieferte 10.000 CPAP Atemhilfen in Rekordzeit an das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien (NHS) aus. Das komplette Design, inklusive der Herstellungsanweisungen, steht kostenlos zur Verfügung.
  • Zugehöriges Bildmaterial steht auf unserer Medienseite zur Verfügung. Alle Bilder sind für die redaktionelle Nutzung rechtefrei.
  • Die Royal Academy of Engineering hat den Sonderpreis des Präsidenten für Dienste während der Pandemie an das Team hinter der UCL-Ventura CPAP Atemhilfe verliehen. Die Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche Ingenieursleistung im Kampf gegen COVID-19 in ganz Großbritannien.

Das UCL Ventura Team ist eine Zusammenarbeit von Ingenieuren und Technikern von Mercedes-AMG HPP und UCL sowie Intensivpflegeberatern vom University College London Hospital. Die Projektgruppe entwickelte eine Atemhilfe, genannt Continuous Positive Airway Pressure (CPAP), erhielt eine behördliche Zulassung dafür, verbesserte das existierende Modell und stellte in Rekordzeit 10.000 CPAP-Geräte für das NHS her. Gleichzeitig stellte die Initiative das Design und die Produktionsinformationen kostenlos zum Download zur Verfügung. Diese Anweisungen wurden seitdem von mehr als 1.900 Organisationen aus 105 Ländern heruntergeladen.

Der positive Effekt der CPAP-Geräte bei der Behandlung von Covid-19 Patienten wurde zuerst in China und Italien entdeckt, wo die Geräte Krankenhaus-Patienten mit oxidierter Druckluft beim Atmen halfen. Die Krankenhausdaten zeigen, dass rund 50 Prozent der Patienten, die mit CPAP behandelt wurden, keine Beatmung benötigten. Das war nicht nur besser für die Patienten, die dadurch keine invasive, mechanische Beatmung benötigten, sondern bedeutete auch, dass die knappen Beatmungsgeräte für jene Patienten genutzt werden konnten, die sie am meisten benötigten.

Von der ersten Diskussion über das Konzept bis zum vollständigen Design, der Produktion und dem Test des ersten Prototypgeräts vergingen für die UCL Ventura Projektgruppe weniger als 100 Stunden. Alles in allem benötigte die Gruppe vom ersten Meeting Mitte März bis zur Herstellung aller 10.000 CPAP-Geräte für das NHS im Mercedes-AMG HPP Technologiezentrum in Brixworth (Großbritannien) gerade einmal vier Wochen.

Mercedes-AMG HPP stellt normalerweise Motoren und Antriebsstränge für die Formel 1, die Formel E  und High-Performance Hybrid-Straßenfahrzeuge her. Um so schnell 10.000 CPAP-Geräte produzieren zu können, wurde das gesamte Technologiezentrum umgestellt. Maschinen, die normalerweise Komponenten für F1-Motoren produzieren, wurden zur Herstellung der CPAP-Geräte umprogrammiert.

Ross Brawn

Ross Brawn, Managing Director of Motorsports bei der Formel 1 sagte: „Das Team der UCL zeigte nicht nur Weitsicht, in dem es den wahrscheinlichen Bedarf für weniger invasive Beatmungshilfen erkannte. Es handelte auch und setzte sich zu einem Zeitpunkt dafür ein, als es andere im besten Fall vielleicht als spekulativ angesehen hätten. Heute wissen wir jedoch, dass sie visionär gehandelt haben.“

„Die Formel 1 pflegt eine extreme Ingenieurskultur, gerade mit Blick auf Lösungen und Zeiträume. Damit passten sie perfekt zum Team des UCL. Das Design und die Auslieferung von 10.000 CPAP-Geräten durch HPP würde unter normalen Umständen als unmöglich angesehen werden, nur 15 Tage nach der Bestätigung des Auftrags.“

Marcel Levi

Professor Marcel Levi, Chief Executive am UCLH, sagte: „Dies war eines der effektivsten, relevantesten, direkt umsetzbaren und schnellsten Projekte, die ich jemals erlebt habe. Der Antrieb des Teams war zweifelsohne seine interdisziplinäre Natur, die Topingenieure, Wissenschaftler, Physiologen, Beatmungsexperten und Intensivpflege-Kliniker zusammenbrachte und deren Erfindungsgeist, Verstand, Einfallsreichtum und unbegrenzte Energie nutzte.“

Andy Cowell

Andy Cowell, Managing Director von Mercedes-AMG HPP sagte: „Es war enorm befriedigend, an diesem Projekt mitzuwirken und wir fühlen uns geehrt, Teil der Ingenieursgruppe zu sein, deren Beitrag von der Royal Academy of Engineering ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch an alle weiteren Preisträger, die außergewöhnliche Leistungen erbracht haben. Es ist großartig zu sehen, wie die Ingenieursgemeinschaft zusammengekommen ist und sich in der Not dieser Herausforderung gestellt hat.“

„Schwierige Technologien unter extremem Zeitdruck abliefern – genau darum geht es in der Formel 1. Unser Team ist es gewohnt, viele Stunden zu arbeiten und komplexe Projekte mit engen Deadlines abzuliefern. Aber dieses Projekt hat uns dazu gebracht, die Grenzen noch weiter zu verschieben.  Jeder hat mit vollem Einsatz gearbeitet und war bereit, eine Extrameile zu gehen. Denn uns allen war bewusst, wie wichtig dieses Projekt war. Wir sind unheimlich dankbar dafür, dass wir einen kleinen Beitrag im Rahmen dieser riesigen Herausforderung leisten konnten, vor die uns diese Pandemie stellt.“

Ventilator Challenge UK Consortium ebenfalls unter den Preisträgern

Auch das Ventilator Challenge UK Consortium wurde von der Royal Academy of Engineering mit dem Sonderpreis des Präsidenten ausgezeichnet. Diese Initiative besteht aus 33 Unternehmen, die gemeinsam mehr als 13.000 Beatmungsgeräte für das NHS produziert haben. Die Gruppe wurde von einer großen Anzahl an Freiwilligen unterstützt, die dabei halfen, die Produktion der Beatmungsgeräte anzukurbeln. Unter den Freiwilligen befindet sich eine Gruppe von knapp 50 Mitgliedern des Mercedes-AMG Petronas F1 Teams, die ihre Zeit und ihren Einsatz dieser wichtigen Initiative verschrieben haben.

Liste der Preisträger für das UCL Ventura Projekt:

Andy Cowell (Mercedes-AMG HPP), Ben Hodgkinson (Mercedes-AMG HPP), Pierre Godof (Mercedes-AMG HPP), Prof Rebecca Shipley (UCL Healthcare Engineering), Prof Tim Baker (UCL Mechanical Engineering), Prof David Lomas (School of Life and Medical Sciences), Prof Mervyn Singer (UCL Medicine and UCLH Critical Care), Dr Tom Peach (UCL Mechanical Engineering), Dr Tom Rushton (UCL Mechanical Engineering), Mr Peter Weston (UCL Mechanical Engineering), Dr David Brealey (UCL Medicine and UCLH Critical Care).