Motoröl – Frage des Preises: Was läuft gut und was nicht?

Motoröl - Bild: © by istockphoto Okea
Motoröl aus einer Handelsüblichen Einweg Motorölflasche – Bild: © by istockphoto Okea

Dem Motoröl kommt bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor eine besondere Bedeutung zu, denn es schützt die mechanischen Teile im Inneren vor Reibung und damit vor schwerwiegenden Folgeschäden. Allerdings kann ein Ölwechsel finanziell mit bis zu 150 Euro zu Buche schlagen, was in Anbetracht der regelmäßigen Wechselintervalle schnell zur Belastung werden kann. Aus diesem Grund stellen sich Fahrzeugbesitzer oft die Frage: Geht das nicht günstiger und ist teures Motoröl auch immer gleichzeitig das bessere? Die Antworten liefert dieser Artikel!

Warum sind manche Motoröle teurer als andere? – Die Unterschiede im Preis

Grundsätzlich lassen sich Schmieröle im KFZ-Bereich in 2- und 4-Takt-Öle unterscheiden, wobei fast ausschließlich letzere in modernen Fahrzeugen Verwendung finden. Innerhalb der Motoröle für 4-Takt-Motoren werden die Schmierflüssigkeiten auf Grundlage ihres Herstellungsverfahrens voneinander unterschieden, was ebenfalls einen Einfluss auf den Kaufpreis hat. Die Motoröle werden dabei in drei Kategorien aufgeteilt: Mineralöle, Halb- und Vollsynthetiköle. Beim Mineralöl handelt es sich um Schmieröl, das direkt aus natürlichen Erdöldestillaten hergestellt wird.

Beim Vollsynthetiköl werden die Grundöle hingegen ausschließlich künstlich produziert. Halbsynthetiköl stellt eine Mischung aus mineralischen und vollsynthetischen Ölen dar und vereint Vor- und Nachteile beider Varianten. Unter den drei Klassen ist das Mineralöl das günstigste Produkt, da die Herstellung nicht sehr kostenintensiv ist. Mineralisches Öl besteht in seiner Struktur aus vielen verschiedenen Kohlenwasserstoffmolekülen und besitzt eine Einbereichs-Charakteristik.

Regelmäsig den Ölstand kontrollieren - Bild: ©-by-istockphoto-maxuser
Regelmäsig den Ölstand kontrollieren – Bild: ©-by-istockphoto-maxuser

Synthetiköl weist hingegen einheitlichen, geradlinigen Molekülen auf und ist ein klassisches Mehrbereichsöl. Das Herstellungsverfahren von vollsynthetischem Motoröl ist wesentlich aufwendiger, weshalb auch das Endprodukt deutlich teurer als Mineralöl ist. Das Halbsynthetiköl stellt preislich und qualitativ einen Kompromiss zwischen vollsynthetischem und mineralischem Motoröl dar.

Sämtlichen Ölen werden bei der Herstellung chemische Komponenten – auch Additive genannt – zugemischt, die einen physikalischen Einfluss auf die Flüssigkeit ausüben und die Schmierfähigkeit verbessern. Die vollsynthetische Variante spricht dabei deutlich besser auf die Wirkung der Additive an als ihr mineralisches Pendant, woraus sich einige Vorteile bezüglich des Motorlaufs ergeben. So reißt der Schmierfilm bei Vollsynthetiköl auch bei höheren Belastungen nicht ab und der allgemeine Motorverschleiß ist geringer als beim Mineralöl. Weiterhin bewirkt das vollsynthetische Öl ein verbessertes Kaltstartverhalten des Fahrzeugs. Im Bezug auf Preis und Qualität eines Motoröls gilt die Faustformel: Je höher der Anteil an Additiven, desto höher ist die Qualität und in der Regel auch der Preis.

Spezialöle – Leichtlauf- und Longlife-Motoröl

Neben den unterschiedlichen Grundvarianten, gibt es auf dem Markt noch einige Sonderformen an Motorölen, wie zum Beispiel Leichtlauföle. Hierbei handelt es sich um Schmieröle, die einen reibungsreduzierenden Effekt besitzen, der auf eine hohe Viskositätsklasse und einen geringen Verdampfungsverlust zurückzuführen ist. Typische SAE-Klassen von Leichtlaufölen sind beispielsweise 0W-20, 0W-30, oder 5W-30. Zu der Klasse der Leichtlauföle gehören auch die sogenannten Longlife-Motoröle, die vorwiegend bei Fahrzeugen mit vorgeschriebenem Longlife-Service zum Einsatz kommen. Die Verwendung dieses Öls hat einen längeren Wechselintervall zur Folge, der allerdings stark von der Beanspruchung des Fahrzeugs abhängig ist. Wer ein Fahrzeug dieser Art besitzt, sollte nur vom Hersteller freigegebene Longlife-Öle verwenden und unter keinen Umständen das Motoröl mit anderen Ölen mischen, was insbesondere beim Nachfüllen beachtet werden sollte. Wird das Longlife-Öl mit anderen Schmierflüssigkeiten gemischt, sorgt das für einen erhöhten Verschleiß, der unangenehme Folgekosten verursachen kann.

Geld sparen beim Ölwechsel?

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Hier wird nach einem Ölwechsel, von einem KFZ-Mechaniker, wieder frisches Motoröl in dem Motor eingefüllt. – Bild: ©-by-istockphoto-Norasit-Kaewsai

Prinzipiell ist es möglich, beim Ölwechsel Geld einzusparen, dies sollte allerdings nicht auf Kosten der verwendeten Flüssigkeit und damit auf die Lebensdauer des Motors passieren. Aus diesem Grund sollte grundsätzlich nur Öl verwendet werden, das durch den Hersteller für einen spezifischen Motor freigegeben ist. Wer diesen Punkt aus Geldgründen missachtet, riskiert einen höheren Verschleiß, der die Kosten eines qualitativen Öls deutlich übersteigen kann. Die große Bandbreite an Ölen auf dem Markt birgt allerdings trotzdem ein großes Sparpotential. So gibt es für bestimmte Fahrzeugspezifikationen in der Regel immer mehrere Produkte zur Auswahl, die sich im Preis voneinander unterscheiden. Solange das Öl die entsprechende Freigabe des Herstellers besitzt, können Fahrzeugbesitzer ruhigen Gewissens zum günstigeren Produkt greifen, ohne Folgeschäden befürchten zu müssen. Wie bereits anfangs erwähnt, steigt die Qualität beim Motoröl in der Regel mit dem Preis, sodass günstigere Öle nicht immer die bestmögliche Leistung bieten. Wer nur das Beste für sein Fahrzeug will, sollte also besser zum teuren Qualitätsöl greifen. Wird der Ölwechsel von einer Werkstatt durchgeführt, kann häufig Geld eingespart werden, wenn das eigene Öl zum Werkstatttermin mitgebracht wird. Denn häufig lassen sich KFZ-Betriebe jeden Liter Öl besonders gut bezahlen, sodass mit selbst gekauftem Öl hier häufig ein Kostenvorteil herauszuschlagen ist.